Historische Kompressorenstation nach 20 Jahren wiederbelebt

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Seit Oktober 2019 wurde am alten Werksgebäude des Technischen Denkmals „Historischer Schieferbergbau Lehesten“ unter Hochdruck gearbeitet – mit coronabedingter Unterbrechung in 2020.
In Kooperation von Friedrich-Schiller-Universität Jena und Stiftung „Thüringischer Schieferpark Lehesten“ wurde ein Projektseminar mit dem Titel „Blaues Gold“ in den Vorlesungsplan aufgenommen, welches sich die museale Neugestaltung eines denkmalgeschützten Gebäudes – der Historischen Kompressorenstation am Technischen Denkmal zum Ziel setzte. In diesem Kooperationsprojekt arbeiteten im Wintersemester 2019/2020 sowie im anschließenden Sommersemester 2020 sechs Master-Studierende der Fachrichtung Volkskunde/Kulturgeschichte unter fachlicher Leitung die Geschichte der Kompressionsstation aus mehreren Perspektiven auf.
Nach einer einführenden Phase folgten sechs Aufenthalte in Lehesten. Hierbei wurden durch Archivrecherche, in Begegnungen mit dem Museumsort und durch Zeitzeugeninterviews mit ehemaligen Werksarbeitern Daten erhoben und ausgewertet sowie ein Ausstellungskonzept entwickelt. Zuletzt wurden die Überlegungen gestalterisch realisiert. Das Museumsprojekt umfasste handwerkliche Tätigkeiten, Beräumungsarbeiten, Maßnahmen zur Bewerbung des Projekts sowie museumspraktische Aufgaben.
Es entstand eine moderne Ausstellung zu historischen und technischen Themen aber auch zur Alltags- und Sozialgeschichte der ehemaligen Werksarbeiter. Unter dem Titel „Laut aber ruhig – Die Bedeutung der Kompressorenstation im Schieferbruch Lehesten“ können Besucher*innen zukünftig und nach Voranmeldung blitzlichtartige Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt der jüngeren Geschichte des Lehestener Schieferbergbaus erhalten.
Am Freitag, 07. August 2020 konnte die sanierte und museal aufbereitete Ausstellungshalle dank breiter Unterstützung eröffnet werden. Coronabedingt war die Ausstellungseröffnung nicht öffentlich zugänglich, was zu gegebener Zeit nachgeholt werden kann.
Fast 80 Personen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Tourismus und Ehrenamt folgten der Einladung der studentischen Kuratoren.
Nach einer feierlichen Eröffnung mit den Kameraden des Traditionsvereins „Historischer Schieferbergbau Lehesten e.V.“ boten die Studierenden Führungen mit reduzierten Gruppengrößen durch die neue Ausstellung an – Mundschutz und Mindestabstand inklusive.
Die Sanierung des historischen Funktionsgebäudes sowie die Ausstellungsgestaltung und Eröffnung wurden von der Thüringer Staatskanzlei, mit Fördermitteln des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie sowie mit Unterstützung der Stiftung der Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt ermöglicht.