Dort, wo Sachsen, Bayern und die Tschechische Republik zusammenstoßen, beginnt die ehemalige innerdeutsche Grenze. Fast 40 Jahre lang war Deutschland geteilt. Die innerdeutsche Grenze wurde mit hohen Mauern, Stacheldraht und Wachtürmen streng bewacht. Gleichzeitig gab sie der Natur eine kurze Verschnaufpause und bot somit einen Rückzugsort für mehr als 1.200 seltene und gefährdete Pflanzen- und Tierarten. Seit der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten hat der BUND entlang des ehemaligen Grenzstreifens eines der größten und bedeutendsten Naturschutzprojekte geschaffen – bekannt als Grünes Band.

30 Etappen führen heute auf 1400 km von Tschechien bis zur Ostsee – ein Fernwanderweg entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, um besondere Ortschaften und Naturräume am ehemaligen Grenzgebiet zu Fuß erkunden zu können.



Von Hirschberg nach Lauenstein, vorbei am ehemals autarken Sperrgebiet des heutigen Staatsbruchs führt Sie bereits die zweite Etappe der Tour am Grünen Band.

Hier, wo das „Blaue Gold“ über 750 Jahre lang zu hochwertigen und kunstvollen Schieferdeckerarbeiten veredelt wurde, liegt der überregionale Ruf der kleinen Bergstadt, welche die älteste Dachdeckerschule Deutschlands beherbergt, begründet.


Entlang der 2. Etappe


Nach Ende des 2. Weltkrieges gingen hiesigen Schieferproduzenten in Volkseigentum über und firmierten ab 1952 als „VEB Schiefergruben Lehesten“. 1964 kam es zum Zusammenschluss zu den „Vereinigten Thüringischen Schiefergruben Unterloquitz“ (VTS) mit Sitz in Unterloquitz. Dies geschah auch aus politischen Gründen, denn Lehesten befand sich nach der Grenzschließung zur BRD 1961 im immer strenger bewachten und reglementierten Grenzsperrgebiet. Ein Besuch oder eine Einreise konnte nur nach Antrag und Prüfung durch das Volkspolizeikreisamt erfolgen. Das betraf natürlich auch die zu großen Teilen im Bruch tätigen oberfränkischen Schieferarbeiter.

Die von diesem Zeitpunkt an fehlenden ausgebildeten Schieferarbeiter aus den fränkischen Orten bekamen für Lehesten noch einen Sonderstatus bis September 1961. Dieser Status wird regional auch als „Das Loch im eisernen Vorhang“ bezeichnet. Der Betrieb organisierte sich um und begann eigene Hauer und Schieferwerker im Ausbildungszentrum im Oertelsbruch/Schmiedebach auszubilden. Die Werbung hierfür erstreckte sich in ganz Thüringen.

Zahlreiche Anekdoten und Geschichten wissen die ehemaligen Bergleute von Schacht IV noch heute zu berichten. Ein Besuch am Technischen Denkmal „Historischer Schieferbergbau Lehesten“ lohnt also entlang der 2. Etappe des Grünen Bandes.


Das Grüne Band Etappe 2 von Hirschberg nach Lauenstein

  • Start: Hirschberg
  • Ziel: Lauenstein
  • Gesamtlänge (Etappe 2): 51 km 
  • Wegezeit: 11 h 
  • Barrierefrei: nie
  • Schwierigkeitsgrad: mittel