Die Prädikatsauszeichnung Nationaler Geotop ist eine Ehrung, die als Ergebnis eines Wettbewerbs im Jahr 2006 an 77 bedeutende geologische Aufschlüsse, sogenannte Geotope, in Deutschland verliehen wurde.



Im Jahr 2004 lobte die Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien in Hannover einen Wettbewerb aus, in dem Deutschlands bedeutendste Geotope erfasst werden sollten. Hierbei konnten Vorschläge zu Einzelobjekten aber auch Ensembles oder Landschaften eingereicht werden. Die empfohlenen steinernen Formationen sollten folgende Kriterien erfüllen:

  • außergewöhnliche natürliche Ausprägung
  • langfristige Erhaltung
  • öffentlichen Informationsmöglichkeiten

Etwa 180 Vorschläge wurden daraufhin eingereicht und von einer Expertenkommission bewertet. Eine Liste von 77 Geotopen wurde anschließend zur Auszeichnung vorgeschlagen. Die Auszeichnung fand am 12. Mai 2006 im Landtag von Hannover statt, verbunden mit der Verleihung des Prädikats als „Nationaler bedeutsamer Geotop“.



Der heute geflutetete Tagebaubereich war einst einer der größten Dachschiefertagebaue Kontinentaleuropas – seine Dimensionen noch immer beeindruckend (rund 800 m streichende Länge, 300 m Breite und bis 80 m Teufe).

Kernstück des Geotops ist die handgeschrämte, zwischen 30 und 40 m hohe seigere Rückwand des Tagebaubereiches „Kießlich“ unterhalb der historischen Göpelschachtanlage aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Deren gut zugänglicher Nord-Stoß zeigt die einzelnen Schichtenfolgen des Thüringer Dachschieferlagers in sehr gutem Erhaltungszustand.

Der feine Tonschlamm setzte sich in einem tiefen, ruhigen Meeresbecken ab, welcher sich aufgrund der darüber lagernden Schichten zu Schieferton verdichtete. Während der variszischen Gebirgsbildung vor 330 Mio. Jahren (Unterkarbon) wurde der Schichten-stapel unter hohem Druck gefaltet. Damit wurde aus dem weichen tonigen Schlamm der harte, aber gut spaltbare Dachschiefer. Man kann hier den „Blauen Stein“, das hochwertige Schiefermaterial, und sein älteres Nebengestein, den sand-gebänderten Schiefer erkennen. Die Schichten des Dachschieferlagers tauchen flach nach links ein – erkennbar an den dünnen weißen Leitschichten, den „Wänden“. Die Schieferflächen liegen in den Schichtflächen fast parallel.