Nach Auflassung des Reviers Kießlich konnte sich das Areal des ehemaligen Schieferbetriebs wieder renaturieren. Im Laufe der Jahre siedelten sich aufgrund der besonderen Zusammensetzung des Tonschiefers und unterschiedlicher Mikroklimazonen seltene und unter Naturschutz stehende Tier- und Pflanzenarten an.

Die geringe Nährstoffverfügbarkeit und die besonderen klimatischen Verhältnisse sind der Grund für die 1100 Tier- und Pflanzenarten, von denen jede sechste auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere und Pflanzen steht. Mit Moosen und Flechten ähnelt die Pflanzenwelt jener der Alpen und des Hochharzes. Alles basiert auf den im Staatsbruch herrschenden unterschiedlichen kleinklimatischen Verhältnissen: trocken-heiße Halden und Bruchflächen einerseits – feucht-kalte Klüfte und Spalten andererseits.


Die Zauneidechse als Ausnahme


Im Naturschutzgebiet Staatsbruch, einschließlich angrenzender Wald- und Wiesenflächen, finden sich zahlreiche schützenswerte und zum Teil landesweit einmalige Arten, wie Pilze, Reptilien, Vögel oder Fledermäuse. Hierzu zählen Scharlachflechte, bunter Eisenhut, Keulen Bärlapp, Streifenfarn, Braunroter Sitter, Schlüsselblume, Fieberklee, Raufußkauz oder Glattnatter.

Wussten Sie, dass mit Ausnahme der Zauneidechse im Naturschutzgebiet alle in Thüringen vorkommenden Reptilienarten nachgewiesen wurden?

Besonders wertvoll ist das Gelände für Fledermäuse. Sogar die vom Aussterben bedrohte Große Bartfledermaus , die Mopsfledermaus und das Große Mausohr konnten nachgewiesen werden. Sie nutzen Klüfte und Stollen als Sommer- und Winterquartier.



In den 1990er Jahren wurden alle vorhandenen Lebensarten erfasst. Das damals noch offene Tagebaurestloch mit seinen Haldenflächen wurde zu einem hochwertigen Naturschutzgebiet erklärt, da dieser großzügige und ruhige Naturraum aus Schieferschutt und Felsstandorten einen seltenen Lebensraum darstellt. Später erfolgte nach europäischen Kriterien die Einordnung in ein Flora-Fauna-Habitat (FFH). Das FFH-Gebiet der „Schieferbrüche um Lehesten“ ist weiterhin Teil des EU-Vogelschutzgebietes „Frankenwald – Schieferbrüche um Lehesten“.

Folgende Arten sind für das Gebiet „Frankenwald – Schieferbrüche um Lehesten“ gelistet: Auerhuhn, Grauspecht, Haselhuhn, Neuntöter, Raufußkauz, Rotmilan, Schwarzspecht, Schwarzstorch, Sperlingskauz, Uhu, Wespenbussard, Zwergschnäpper. Von den insgesamt 15 untersuchten Arten konnten vier Arten im FFH-Gebiet nachgewiesen werden. Von weiteren drei Arten liegen Nachweise aus den 1990er Jahren vor.


Der Bereich des FFH-Gebietes und des unter Naturschutz stehenden Areals erstreckt sich im Wesentlichen auf das das Technische Denkmal umgebende Waldgebiet. Weiterhin gehören der geflutete Tagebaubereich, die angrenzende Wiesen und die Schieferschuttehalden dazu. Aus Gründen der Werterhaltung sind diese Flächen ausschließlich im Sinne des Naturschutzes zu erhalten. Wir bitten dies zu beachten und ausschließlich das vorhandene Wegenetz zu nutzen.


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