Neben der Demonstration der Schiefergewinnung, -förderung und -verarbeitung in den historischen Funktionsgebäuden des Technischen Denkmals, zeugt das 2008 eröffnete Modelldorf von der langen Handwerkskunst und großen Tradition der Lehestener Dach- und Schieferdecker.

„Das erste Haus war ein Dach“

In enger Zusammenarbeit mit der Dachdeckerschule Lehesten, der ältesten Dachdeckerschule Deutschlands, konnten seit 2008 zahlreiche Minitaturhäuser im Maßstab 1:5 am Standort des Technischen Denkmals errichtet werden.

Die Modellhäuser zeugen von der hohen Kunst des Schieferdeckerhandwerks. Die Miniaturhäuser mit regionaler Eindeckung wurden komplett an der Lehestener Dachdeckerschule gebaut. Ihre verschiedenen Gauben, Türmchen, Kehlen, Ortgänge und Firsten können auf Augenhöhe besichtigt werden und sind Anschauungsobjekte, Exponate und Inspirationsquelle zugleich.

Hier können sich Besucher in den verschiedenen Dachdetails verlieren und die Kombination von ausgezeichnetem Schieferdeckerhandwerk, architektonischer Eleganz und individueller Schieferdeckerhandschrift kennenlernen.


Historischer Kontext

Aus Anlass des 25jährigen Bestehens der traditionsreichen Dachdeckerschule in Lehesten wurde im Mai 1936 eine umfangreiche Werk-, Lehr- und Modellschau „Das Dach“ mit unzähligen Miniaturhäusern eröffnet.

Die Ausstellung machte sich zum Ziel, alles Wissenswerte über das Dach, seine architektonische Gestaltung und handwerkliche Ausführung zu veranschaulichen und gliederte sich in drei Teile: die Werkschau auf dem Friedrichsbruch, die Lehrschau auf dem Gelände der Dachdeckerschule und einem Modelldorf. Letzteres bestand aus über 60 Modellen und Miniaturgebäuden im Maßstab 1:5, bestehend aus zahlreichen Bauernhäusern und Gehöften, Wirtschaftsgebäuden, einem Schloss, einer Kirche sowie einer Schule.

Aufgrund der Wirrungen und Folgen des 2. Weltkrieges wurde die Ausstellung bereits nach wenigen Jahren abgebrochen und zerstört. Die Spur der kleinen Häuschen aus dem Zwergendorf verliert sich in den Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit. Im Unterland sollen jedoch einige von ihnen als kleine Schlafstätten für Arbeiter gedient haben. Die Ausstellungsteile, welche noch nach 1945 am Standort standen, sind dem Vandalismus zum Opfer gefallen.