Das Aufseherhaus

Erbaut um 1860, diente das Aufseherhaus für Büroarbeiten des Tagebau-Oberaufsehers im Revier „Kießlich“. Von den Schieferarbeitern wurde es allgemein als „Hexenhäus`le“ bezeichnet.

Der Oberaufseher war verantwortlich für die Gewinnung des Rohsteins, der immer ausreichend für die Spalter und Zuschneider (Zurichter) in der Verarbeitung (Doppelspalthütte) bereitgestellt werden musste. Gleichzeitig erfasste er die Leistungen der „Raumarbeiter“ und rechnete sie ab.

Nach Auflassung der Verarbeitung 1964 diente das Gebäude bis 1991 als Abstellraum bzw. Bürogebäude für den Steiger der BS Oelsnitz, die als Fremdbetrieb in der Grube Vorrichtungsarbeiten durchführten. In den Jahren 1991/1992 wurde es wieder neu mit Schiefer eingedeckt und hergerichtet.

Derzeit befindet sich im Aufseherhaus eine Dauerausstellung des Naturparks „Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale“.


Das Mannschaftshaus

Das Gebäude wurde um 1860 zur Pausenversorgung der Förderleute und Hüttenarbeiter errichtet. Hierin befand sich eine kleine Küche, in der Mitgebrachtes aufgewärmt bzw. frisch gekochtes Essen zubereitet werden konnte. Im oberen Geschoss gab es Schlafgelegenheiten für die „Ausländer“, wie man die zu großen Teilen fränkischen Arbeiter im Tagebaubetrieb bezeichnete. Als später ein Bus die bayrischen Bergleute als „kleiner Grenzverkehr“ beförderte, diente das obere Geschoss als Wohnraum für Betriebsangehörige. Nach 1960 zogen die Mieter aus und das Haus wurde zunehmend als Abstellraum für bergmännisches Gerät genutzt. Da keine Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt wurden, verfiel es und konnte erst 1991 mit viel ehrenamtlichem Engagement komplett saniert werden.

Heute ist das Mannschaftshaus der zentrale Anlaufpunkt für Besucher des Technischen Denkmals „Historischer Schieferbergbau Lehesten. Hier lassen sich spannende Literatur, handgemachte und seltene Souvenirs sowie weitere Informationen zum Sehenswürdigkeiten im Thüringer Schiefergebirge finden. Für Besucher und Wanderer werden im Rahmen der Führungszeiten Kaffeespezialitäten und weitere Getränke angeboten.


Die zentrale Kompressorenstation & Trafoturm

Heute als Zentrale Kompressorenstation bekannt, wurde das historische Funktionsgebäude 1908/09 auf einem Vorgängerbau aus den Jahren 1893 bis 1898 errichtet. Anfangs versorgte an diesem Standort das betriebseigene Elektrizitätswerk mittels Dampfmaschine den gesamten Tagebaubetrieb mit Gleichstrom und der so arbeitserleichternden Druckluft. Ab 1921 erfuhr das Gebäude mehrere Erweiterungen und sicherte durch den Anschluss an die Überlandzentrale der Firma Itting aus Probstzella die Versorgung des Tagebaus mit Drehstrom. 20.000 Volt wurden in einem 200KVA-Transformator auf Betriebsspannung von 380- bzw. 220-Volt umgespannt.

Die Neuzentralisierung der mittlerweile unentbehrlichen Druckluftkompressoren führte dazu, dass ab 1935 das betriebseigene E-Werk lediglich als Reservewerk genutzt wurde. 1958 und 1967 wurde das Gebäude um zwei Abschnitte erweitert und mit leistungsstärkeren Kompressoren bestückt, welche seit 1964 durch ein geschlossenes Kühlwassersystem (Kühlwasserturm) gekühlt wurden. Die bereits in den 1950er Jahren verlegten Druckluftleitungen führten durch das gesamte Betriebsgelände und waren zur Pufferung mit sechs Druckluftkesseln (á 10m³) besetzt. Nach dem Ende der zentralen Druckluftversorgung 2000/2001 wurden die übertägigen Versorgungsleitungen demontiert, die Kessel verblieben bis auf zwei an ihren Standorten.

Gebäude ist seit 2011 in Besitz der Stiftung „Thüringischer Schieferpark Lehesten“ TSL und soll nach umfänglicher Sanierung in die Denkmalkonzeption einbezogen werden. Ihre Spende hilft uns hierzu weiter.